Agnolotti del Plin: Ein piemontesischer Klassiker
Die Agnolotti del Plin sind weit mehr als nur gefüllte Nudeln; sie sind ein Symbol für die Kochkunst des Piemont. Der Name leitet sich von der Technik ab, den Rand der Nudel mit dem Daumen und Zeigefinger fest zu knibbeln (‚plin‘ bedeutet im Dialekt ‚Knibbeln‘). Dies garantiert, dass die aromatische Füllung aus geschmortem Fleisch während des Kochvorgangs sicher im Inneren bleibt.
Das Geheimnis dieses Gerichts liegt in der Füllung. Traditionell wird nicht einfach Hackfleisch verwendet, sondern das Fleisch von geschlachteten Tieren, oft Rind oder Kalb, das langsam im eigenen Bratensaft gegart wird. Diese Füllung bringt eine tiefe, konzentrierte Geschmacksintensität, die durch die einfache Sauce aus Butter und Salbei perfekt zur Geltung kommt.
Zutatenliste
- 500g Weizenmehl Tipo 00
- 5 große Eier
- Salz nach Geschmack
- 400g Rinderhackfleisch (oder eine Mischung aus Rind und Schwein)
- 200g Kalbsleber, in kleine Würfel geschnitten
- 1 Zwiebel, fein gehackt
- 2 Stangen Lauch, fein gehackt
- 2 Karotten, fein gerieben
- 100ml trockener weißer Wein
- 100ml Rinderfond
- Butter zum Braten
- Frische Salbeiblätter
- Salz und schwarzer Pfeffer aus der Mühle
Zubereitung
- Die Füllung herstellen: In einer Pfanne etwas Butter erhitzen und Zwiebel, Lauch und Karotten sanft anschwitzen. Das Hackfleisch und die Kalbsleber hinzufügen und unter Rühren braten, bis die Flüssigkeit verdampft ist. Mit Weißwein ablöschen und einköcheln lassen, dann den Rinderfond hinzufügen. Die Füllung bei niedriger Hitze ca. 15-20 Minuten köcheln lassen, bis sie sehr fest ist. Abkühlen lassen und mit Salz, Pfeffer abschmecken.
- Den Teig kneten: Das Mehl auf einer Arbeitsfläche einen Berg formen, eine Mulde in die Mitte drücken und die Eier hineinschlagen. Langsam das Mehl einarbeiten, bis ein glatter, elastischer Teig entsteht. Den Teig 30 Minuten ruhen lassen.
- Ausrollen: Den Teig in dünnste Bänder ausrollen, so dünn wie möglich, ohne dass er reißt. Die Teigblätter auf einem Tuch trocknen lassen, bis sie leicht klebrig sind, aber nicht mehr nass.
- Formen: Streifen der Füllung auf ein Teigblatt legen. Mit einem zweiten Teigblatt darüberlegen oder das Blatt falten. Mit einem Nudelstempel oder Glas ausstechen. Den Rand jedes Agnolotto fest mit dem Daumen und Zeigefinger knibbeln (das ‚Plin‘), um eine luftdichte Versiegelung zu gewährleisten.
- Kochen und Soße: Die Agnolotti in reichlich Salzwasser kochen, bis sie an die Oberfläche steigen (ca. 2-3 Minuten). Währenddessen Butter in einer Pfanne schmelzen und frische Salbeiblätter darin knusprig braten. Die Butter sollte braune Flecken zeigen (Noisette), aber nicht verbrennen.
- Veredeln: Die abgetropften Agnolotti direkt in die Pfanne mit der Salbeibutter geben, kurz schwenken und sofort servieren.
Das Ergebnis ist ein Gericht von feiner Eleganz und profundem Geschmack. Die zarte Hülle gibt nach, und die intensive Füllung verbindet sich mit der nussigen Salbeibutter zu einer kulinarischen Meisterleistung.

